
Lesen Sie hier einen Artikel aus der BLÖD mit dem Statement des Qualitätszirkels der Anstalt "Sankt Obskura":
Projekt Anstalt 21
Wenn eine Anstalt wie die unsere schon nicht in der Lage ist, ihre Prozess - und Ergebnisqualität zu verbessern, dann doch wenigstens die Strukturqualität. Wie das geht? Ganz einfach, man steige auf den höchsten Berg und lasse seinen Blick ins Wildall, genauer gesagt in die Hauptstadt des Ländele der Häuslebauer schweifen. Und was dort ein großes, deutsches Eisenbahnunternehmen mit ähnlich fragwürdiger Ergebnisqualität unter die Erde bringt - nämlich nicht nur einen pittoresken, denkmalgeschützten Bahnhof, sondern auch exorbitant viel Geld - müsste sich doch 1:1 auch auf unsere Anstalt umsetzen lassen! Wäre doch gelacht! Wenn dann alles unter der Erde ist, wird das Anstaltsgebäude abgerissen und nur der Fahrstuhlturm bleibt stehen. Das ganze nennen wir werbewirksam Anstalt 21, denn das strahlt Jugendlichkeit und Sympathie aus wie Creme 21 und Größenwahn wie Stuttgart 21. Und wo wäre Größenwahn besser aufgehoben, als in einer - in unserer Anstalt?
Außerdem hat es ja auch viele Vorteile - die hin - und weglaufgefährdeten Insassen wären unter der Erde. Endlich wären wir dann keine Kopf - Anstalt mehr, also eine Anstalt für - na Sie wissen schon so degenerative Kopfkrankheiten, sondern würden zu einer modernen Durchgangsanstalt - von unter der Erde nach letztlich irgendwann auch unter der Erde - welch logistischer Vorteil! Gibts sonst noch Vorteile? Ja natürlich! Der Stromverbrauch würde entgegen dem langfristigen Trend wieder steigen (Pumpen fürs Grundwasser, Beleuchtung,...) was den hiesigen Atomkraftwerken auch über ihr Verfallsdatum ein Fortbestehen sichern würde. Hm, äh ja, also.... (kritischer Einwand des Qualitätszirkels wurde aus PLATZGRÜNDEN nicht veröffentlich. Anm. d. R.)
Aus einem Leserbrief:
"Wieviel Haloperidol könnte man für all die Milliarden kaufen, um die Verantwortlichen des Projektes Anstalt 21 endlich therapieren zu können?"
S.F. aus W.
Antwort der BLÖD auf den Leserbrief:
Sehr geehrter Herr F. aus W.,
danke für ihre kritische Meinungsäußerung. Kritik ist etwas, was sie gern an ihrer Ehefrau oder ihren Kindern üben können, bei so visionären Projekten wie Anstalt 21 ist sie hingegen völlig unangebracht und steht in krassem Widerspruch zum demokratisch geäußerten Willen des Volkes (hier stellvertretend für das gesamte Volk der Qualitätszirkel der Anstalt "Sankt Obskura"). Die sachliche Antwort auf Ihre Frage indess ist einfach: Man kann für die Milliarden überhaupt kein Haloperidol kaufen, denn das Medikament ist verschreibungspflichtig und wir konnten auf Nachfrage keine Krankenkasse finden, die so viel Geld für dieses Medikament ausgeben will.
Ihre Redaktion.